Janusz-Korczak-Schule

Grundschule - Göttingen

Schulen tragen während der Zeit des Schulbesuchs die Verantwortung für den Schutz und größtmögliche Sicherheit der Schüler/innen. Nach dem Runderlass des MK v. 15.02.05 ist jede Schule verpflichtet, ein schuleigenes Sicherheits- und Gewaltpräventionskonzept zu entwickeln, dass ständig überprüft und weiterentwickelt werden soll. Anregungen und Vorschläge aus der Elternschaft sowie dem Kollegium und Mitarbeitern sind erwünscht. Fortbildungen sollen die Entwicklung der Präventionsmaßnahmen an unserer Schule unterstützen. Die Themen Gewaltprävention -Umgang mit Gewaltvorfällen, Unterweisung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz werden mindestens einmal im Jahr auf einer Dienstbesprechung bzw. Gesamtkonferenz behandelt. Einmal jährlich soll eine Brandschutz/ Evakuierungsübung stattfinden. Alle 3 Jahre müssen alle Lehrkräfte ihre Erste-Hilfe- Ausbildung auffrischen.

Ausgehend von unserem Leitbild ist die grundlegende Voraussetzung für alles Lernen sowie der positiven Entwicklung personaler und sozialer Kompetenzen ein angstfreies Klassen- und Schulklima, das von gegenseitiger Akzeptanz, Wertschätzung und Wohlbefinden geprägt ist. (Vgl. Schulprogramm: Unser Leitbild)

Ziel unseres Konzeptes ist zum einen Präventionsmaßnahmen, klare Regelungen und Vorgehensweisen bei Gewaltverstößen und die Aufarbeitung von Konflikten an unserer Schule festzulegen.. Zum anderen möchten wir, dass sich unsere Grundschüler sicher fühlen und vor gesundheitsschädigenden Einflüssen geschützt werden.

 

  1. Sicherheitsaspekte und Maßnahmen

Unser Schulgelände ist nicht umzäumt, aber gut einsehbar, sodass schulfremde Personen schnell ausgemacht werden können. Trotzdem das Schulgelände zu jeder Zeit ungehindert betreten werden kann, halten sich Vandalismus und Beschädigungen in Grenzen. Die Sichtverhältnisse sind angemessen, die Beleuchtung ausreichend. Alle Beschäftigten der Schule achten darauf, dass sich zu Unterrichtszeiten keine schulfremden Personen auf dem Schulhof und den Gebäuden aufhalten. Fremde Personen werden auf ihren Aufenthalt hin angesprochen.

Besucher können sich am aushängenden Raumbelegungsplan im Haupteingangsbereich orientieren. Das Hausmeisterbüro befindet sich neben dem Haupteingang. Wie vom Sekretariat bzw. Schulleitungsbüro und Lehrerzimmer kann der Hauptzugangsbereich und der asphaltierte Pausenhof mit Spielgerätebereich eingesehen werden. Der Nebeneingang von dieser Seite, sowie die Eingänge auf der gegenüberliegenden Seite vom Bürgerhaus kommend und in das Bürgerhaus sind zu Unterrichtszeiten nicht ständig überwacht. Die Tür zum Bürgerhaus ist mit einer Schließanlage gesichert, sodass der Zutritt von außen verwehrt ist und eine Anmeldung durch eine Klingel erfolgen muss. Die Nebeneingänge in das Schulgebäude bedürfen einer ähnlichen Sicherung. Ein entsprechender Antrag liegt der Stadt als Träger vor.

Alle Mitglieder der Schule tragen zu einer ästhetischen Gestaltung der Räume und Flure bei, damit sich alle entsprechend unserer Schulordnung in der Schule wohl fühlen können.

Jede Klasse hält  mit Hilfe eines vom Klassenlehrer abgesprochenen Klassendienstes ihre Klassenräume sauber. Für das regelmäßige Lüften in den Pausen haben die Lehrer/innen Sorge zu tragen. Am Ende des Schultages stellen alle Schüler/innen ihre Stühle auf die Tische, damit die Reinigungskraft zügig die Böden reinigen kann. Ein schuleigener Hygieneplan ist erstellt. Der Hausmeister verschließt die Räume. Regeln für die Pausen sind fixiert und allen bekannt.

Die Lehreraufsichten sowie der Vertretungsfall sind in einem Plan ausgewiesen. Für den gesamten Zeitraum muss die Aufsicht durchgeführt werden (s. Organisation des Schulalltages).

Der Stand der schulischen Arbeitsschutzorganisation ist dokumentiert.

Schulgelände, Gebäude, Räume, Ausstattung werden im Hinblick auf Gefährdungen vom Hausmeister überwacht, Mängel der Schulleitung und dem Schulträger zur Kenntnis

gebracht und bei Gefahr sofort beseitigt. Auch die Kollegen sind angehalten, Mängel sofort zu melden.

Regeln im Umgang mit dem PC-Raum und der Geräte sind allen Lehrkräften  bekannt.

Flucht- , Alarmpläne mit Verhaltensvorschriften im Brandfall, die Schul- und Pausenordnung hängen in den Klassenräumen, Lehrerzimmer, Fachräumen bzw. Flurbereichen aus und werden neben dem Verbot des Mitbringens von Waffen in die Schule (Waffenerlass und Verhalten bei ansteckenden Krankheiten werden bei Schulbeginn den Erziehungsberechtigten ausgehändigt) mit den Schüler/innen zu Beginn eines jeden Schuljahres in den Klassen erörtert. Die Klassenlehrer vermerken diese Unterweisung im Klassenbuch.

Klingelzeichen zum Stundenbeginn und -ende, Pausen, Regenpausen  können manuell aus

dem Büro des Hausmeisters wie aus dem Büro der Schulleitung ausgelöst werden.

 

  1. Gewaltprävention, Intervention, Aufarbeitung

Gewaltprävention ist integriert in Schulleben sowie normalen Unterrichtsverlauf und bezieht sich auf Situationen und Problembereiche, die sich im schulischen Alltag ergeben. Ziel ist grundsätzlich die Verbesserung der sozialen Schulqualität und Schulzufriedenheit. Zur Entwicklung unserer Schulqualität gehört neben unterrichtlichen und sozialen Kompetenzen eine Demokratisierung von Schule durch die Zusammenarbeit mit den Eltern und altersgemäße Beteiligung unserer Schüler/innen bei der Gestaltung des Unterrichts, des Schullebens und ihrer Lernumgebung. Gewaltprävention benötigt ein koordiniertes, innerhalb der Schule abgestimmtes und mit sich anbietenden Partnern wie Kindertagesstätte, Erziehungsberatung und andere Beratungsstellen, Jugendamt, Polizei vernetztes Vorgehen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Gewaltprävention ergeben sich aus dem Nds. Schulgesetz (§   Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen), Erlassen, Schulordnung sowie Grundgesetz (Art. 1,2,6), Bürgerliches Gesetzbuch (IV: Familienrecht), Kinder- und Jugendhilfegesetz (§ 1,16), UN-Konvention über die Rechte des Kindes vom 20.11.1989 (Art. 19,27,28) und Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (§ 1,3,19).

 

 2.1. Präventive Maßnahmen: Bestandsaufnahme

Das Fundament unserer schulischen Gewaltprävention bildet ein gemeinsames Verständnis von Gewalt, der Toleranzgrenze sowie vereinbarte Interventionsmaßnahmen, Konfliktbearbeitung und Aufarbeitung (Täter-Opfer-Ausgleich, Wiedergutmachung, Opferschutz und Stärkung von Opfern, Täterbezogene Maßnahmen) Unsere präventiven Maßnahmen berücksichtigen Schul- und Klassenebene sowie Schüler/innen, Lehrkräfte und Mitarbeiter, Eltern.

 

2.1.1.      Schulebene: Stärkung der Schulgemeinschaft

  • Bemühung aller, um eine ansprechende, motivierende Gebäude-, Raum- und Schulhofgestaltung
  • Freundlicher, wertschätzender und respektvoller Umgang miteinander
  • Schul- und Pausenordnung mit der zentralen Regel: Ich darf andere nicht angreifen. Ich unterstütze die Angegriffenen und der Stopp-Regel (Gewaltfrei Grenzen setzen, zum Aufhören auffordern und als Ich-Botschaft ausdrücken, was stört und verletzt, Konsequenz nach Schwere des Regelverstoßes 1. Entschuldigung 2. zusätzliche Wiedergutmachung)
  • Plan der Pausenaufsichten
  • Spielausleihe für eine aktive Pausengestaltung
  • Sichere Schulwege
  • Konfliktbearbeitung in der Schule: faire konstruktive Gesprächs- und Streitkultur
  • Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen
  • Interventionsprogramme die präventiv oder bei Bedarf in einzelnen Klassen eingesetzt werden können: Achtsamkeit und Anerkennung: Materialien zur Förderung des Sozialverhaltens, „Ich bin ich“, Faustlos stehen als Literatur und Material zur Verfügung.
  • Mögliche klassenübergreifende Aktionen/Projekte bei Finanzierung durch Eltern- oder Drittgelder, die soziales Lernen bzw. Teilaspekte beinhalten: Klasse 2000, Polizei-Puppenbühne, Ersthilfe für Schüler/Innen, Selbstverteidigungskurse für Schüler/innen, Schülerworkshop/ Vorträge zur Gefährdung und Suchtprävention im Umgang mit dem Computer u.ä., Projektwochen mit externen Partnern zu Themen wie Zirkus, Gesundheit u.a.
  • Therapeutisches Angebot durch Frau Dipl. Psychologin Schuster und ihrer Studenten im Rahmen des Pakiju-Projekts kann auf Anfrage genutzt werden
  • Demokratie leben: Schülersprecher, Schülerrat, regelm. Schulversammlungen, Zusammenarbeit mit den Eltern in den schul. Gremien, Elternabende, Elternbriefe
  • Schule öffnen: Zusammenarbeit mit Kita, Sportverein, Tonkünstlerverband, Kirche, Besuch außerschulischer Lernorte, Vorträge und Veranstaltungen in der Schule, Schulkooperation
  • Schulkultur pflegen: Förderverein, Feste feiern, Begegnungen organisieren, Schulfahrten und –ausflüge, Projekte, vielseitige Arbeitsgemeinschaften

 

2.1.2.      Klassen- und Unterrichtsebene: Klassengemeinschaft stärken

  • angstfreies, wertschätzendes Klassenklima
  • Morgenkreis:  Schrittweise Förderung von Verantwortung und Mitbestimmung der Schüler/innen
  • Lobkultur: Stärkung des Selbstwertgefühls der Schüler/innen durch Anerkennung und Akzeptanz sowie Würdigung ind. Lernfortschritte
  • Beratung Schüler/innen, Eltern, Lehrer/innen
  • Handlungs- und schülerorientierter Unterricht: Differenzierung, ind. Förderung in verschiedenen offenen Unterrichtsformen mit EA, PA, GA
  • ganzheitlich, erfahrungsbezogenes Lernen: Rituale, Bewegung, Entspannung,  Stilleübungen, Phantasiereisen, szenische Interpretation, kreatives Schreiben
  • Gewalt- und Konflikt als Unterrichtsthemen im Klassenlehrer- und  Fachunterricht (s. Günter Gugel, Handbuch Gewaltprävention):

-          Soziales Lernen: Förderung von Wahrnehmung, Emotionaler Intelligenz und Kommunikation

-          Konfliktbearbeitung: Konstruktive Konfliktlösung, Schüler-Streit-Schlichtung, Demokratie Lehren und Lernen, Regeln (Klassenregeln erarbeiten) etablieren und einhalten, Sport und Fair Play

-          Handeln in Gewaltsituationen: Umgang mit Gewalt, Mobbing/Bullying, sexualisierte Gewalt, Gewalt in Medien (Medienpädagogik)

  • Feedback und Evaluation

 

 

  1. Entwicklungsbedarf:
  1. Überprüfung unseres gemeinsamen Gewaltbegriffs
  2. Absprache über präventive Maßnahmen, die in unserer Schule und Unterricht verbindlich durchgeführt werden. Was thematisieren einzelne Fächer? Soll es ein systematisch durchgeführtes Präventionsprogramm geben?
  3. Verbindliche Absprachen in den Bereichen Erziehungsmaßnahmen, Konfliktbearbeitung und Handeln in Gewaltsituationen.
  4. Überlegungen zur Einführung kollegialer Fallbesprechung , kollegialer Hospitation und Beratung
  5. Einführung eines Klassenrates ab Klasse 3
  6. Regelmäßige Schülerratssitzungen: Wer leitet?
  7. Im Ergebnis unserer Befragung der Schüler/innen der Klassen 4 im Juni 2009 wurde deutlich, dass wir uns besonders mit dem Thema Mobbing/Bullying auseinandersetzen müssen.

 

  1. Geplante Fortbildungen:

Zu den Entwicklungsbereichen gibt es 2010 Fortbildungssequenzen (SchiLF) mit Frau Dipl. Psychologin Schuster.

 

  1. Evaluation:

Die in den Fortbildungen  erarbeiteten Maßnahmen entsprechend der festgestellten Entwicklungsbedarfe werden in einem  festgelegten Zeitrahmen  ausprobiert, durch ein Feedback überprüft, ggf. alternativ angepasst und im Gewaltpräventionskonzept bis Ende 2010 dokumentiert.

Im Schulvorstand werden die Ergebnisse der jährlichen Befragungen der Schüler und Eltern der Klassen 4 betrachtet und interpretiert. Die Erhebungen sollen aufzeigen, ob sich aufgrund der Maßnahmen Gewaltvorwürfe,  Anwendung von Gewalt, Mobbing etc. verringern.

 

  1. Entwicklungen seit dem Schuljahr 2009/10

Ergebnisse, Absprachen und Maßnahmen aufgrund der Fortbildungstage mit Dipl. Psychologin I. Schuster:

 

  1. Überarbeitung der Schulordnung mit dem Ziel, dass die Regeln kindgerecht formuliert werden.(s. Schulordnung)

2.   Gemeinsamer Gewaltbegriff: Folgende Verhaltensweisen betrachten wir als Ausübung von Gewalt:

  • Beleidigungen, Beschimpfungen
  • Drohungen
  • Repressalien
  • Tätlichkeiten, körperliche Gewaltanwendung

 

3.   Konsequentes im Kollegium abgestimmtes Lehrerhandeln bei Verstoß gegen die  Schulordnung (nach schwere der Verstöße anwendbar):

  • Nach-Denk-Pause (rote Karte)
  • Pausensperre (Nach-Denk-Pause vor dem Lehrerzimmer)
  • Aufschreiben, was am Verhalten nicht in Ordnung ist. Begründung, warum die übertretene Regel wichtig und sinnvoll ist. Zur Kenntnis der Eltern: Die Eltern unterschreiben.
  • Gespräch mit dem Schüler (Klassenlehrer, Fachlehrer, Päd. Mitarbeiter)
  • Gespräch mit der Schulleitung
  • Wiedergutmachungen: Entschuldigung (mündlich, schriftlich, etwas Nettes machen) Beheben des angestellten Schadens, Ableisten von Aufgaben für die Schulgemeinschaft
  • Benachrichtigung der Eltern und ggf. gemeinsame Gespräche mit Klassenlehrkraft und Schulleitung
  • Einberufung einer Klassenkonferenz
  • Ausschluss von gemeinschaftlichen Veranstaltungen der Klasse/Schule
  • Ausschluss vom Unterricht für einen bestimmten Zeitraum
  • Teilnahme am Unterricht der Parallelklasse für einen bestimmten Zeitraum
  • Ausschluss vom Schulbesuch für einen bestimmten Zeitraum
  • Schulverweis

 

  1. Ab Klasse 3 ist ein Klassenrat seit dem Schuljahr 2011/12 verbindlich eingeführt.
  1. Auf Wunsch einer Lehrkraft können kurzfristig in Zeiten der Dienstbesprechungen kollegiale Fallbesprechungen stattfinden.

6.Im Schulvorstand wird ein Leitfaden zur praxistauglichen Problem- und Beschwerdebearbeitung entwickelt. 2010 wurde dieser im Schulvorstand beschlossen, der GK und dem Schulelternrat vorgelegt.

7. 2017 wurde das Schulprojekt  "Gewaltfrei Lernen- Soziale Bildung in Bewegung" in Trainingseinheiten mit den einzelnen Klassen zur Förderung einer gewaltfreien Konfliktlösung und besseren Kommunikationsfähigkeit der SchülerInnen in Konfliktsituationen durchgeführt. Im Mittelpunkt der Übungen standen die Anwendung der Stopp- Regel und das Finden von Kompromisslösungen. Das Ziel war, die Kinder stark zu machen. Die Fortbildungen für Lehrer und Eltern zielten auf die Nachhaltigkeit der Anwendung in Schule und die aktive Unterstützung durch die Elternhäuser.

Anerkennung, Respekt und Fairness, aber auch logische Konsequenzen bei Fehlverhalten sollen durch Steigerung von Sozialkompetenz ( Formulierte Sozialziele in den Klassen) und schuleinheitlicher Ahndung bei nicht erwünschtem Verhalten (Roter Ordner) erreicht werden.