Janusz-Korczak-Schule

Grundschule - Göttingen

 

Regionales Integrationskonzept (RIK) an der Grundschule
Janusz-Korczak-Schule in Göttingen (Entwurf)

 

1. Begründung und Auftrag des Regionalen Integrationskonzeptes

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen gemäß § 4 NschG gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern unterrichtet werden, wenn auf diese Weise dem individuellen Förderbedarf des Kindes entsprochen werden kann und wenn die organisatorischen, personellen und sächlichen Voraussetzungen gegeben sind.

Dem Bildungsauftrag der Schule (§ 2 NschG) entsprechend, ermöglicht dass RIK, dass Schülerinnen und Schüler ihre Beziehungen zu anderen Menschen nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit, der Solidarität und der Toleranz gestalten. Dies soll insbesondere auch dadurch geschehen, dass alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit erhalten, in ihrem sozialen Umfeld wohnortnah gefördert und gefordert zu werden. Dazu ist es notwendig, dass an möglichst allen Schulen präventive Fördermaßnahmen angeboten werden und integrative Angebote in notwendigem Umfang eingerichtet und entwickelt werden.

 

2. Ziele

Das Ziel des RIKs ist der gemeinsame Unterricht aller Kinder der Region. Auch die Kinder und Jugendlichen, die denen sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, sollen an jeder Schule – insbesondere an den Grundschulen – gemäß ihrem individuellen Lernvoraussetzungen gefördert werden und die entsprechende erforderliche Hilfe und Unterstützung erfahren. Diese „Sonderpädagogische Grundversorgung“ ist im RIK Göttingen auf den gemeinsamen Unterricht und die gemeinsame Erziehung im Primarbereich für die Kinder mit den Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung und Sprache ausgerichtet. Zum einen sollen präventive Maßnahmen der Ausprägung von Lern-, Verhaltens- und Sprachentwicklungsstörungen entgegenwirken. Zugleich sollen Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf in der zuständigen wohnortnahen Grundschule verbleiben und dort integrativ unterrichtet und gefördert werden.

 

3. Organisation

Zum Schuljahr 2001/2002 wurde vom Kultusministerium der Schulversuch „Regionales Integrationskonzept“ in Göttingen genehmigt. Seitdem wird das RIK Göttingen kontinuierlich aufgebaut und erweitert. Für die Umsetzung des Konzepts stehen Förderschullehrerstunden zur Verfügung. Diese werden vom zuständigen Förderzentrum, der Martin-Luther-King-Schule (Schule für Lernhilfe) zur Verfügung gestellt und verteilt.

Die Janusz-Korczak-Schule beteiligt sich ab dem Schuljahr 2011/2012 am  RIK. Der Schwerpunkt unserer Förderung soll vor allem im Bereich der präventiven Arbeit in den ersten beiden Schuljahren liegen. Die Arbeit beinhaltet hier in den ersten Schulwochen eine ausführliche Eingangsdiagnostik und Lernstandserhebung, um darauf aufbauend möglichst frühzeitig mit der Förderung anzusetzen, wo sich Lernschwierigkeiten abzuzeichnen beginnen. Durch frühzeitige Hilfe und Unterstützung soll so der Ausprägung von Lern-, Sprach- und Verhaltensstörungen vorbeugend entgegengewirkt werden. Die Arbeit in den ersten beiden Schuljahren erfolgt in Form von Doppelbesetzung (Team-Teaching) innerhalb des Klassenverbandes, aber auch im Rahmen von Kleingruppenarbeit und Einzelförderung.

Weiterhin erfolgt in den 3. Und 4. Klassen eine integrative Förderung derjenigen Kinder, bei denen sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde bzw. der Kinder, bei denen weiterhin ein Unterstützungsbedarf in dem Lernbereich Deutsch, Mathematik und emotionale - soziale Entwicklung besteht. Diese Arbeit erfolgt zum einen in Form von äußerer Differenzierung in Kleingruppen- und Einzelarbeit, zum anderen nimmt der Förderschullehrer begleitend am Unterricht teil bzw. es erfolgt mit Unterstützung des Förderschullehrers eine innere Differenzierung. Die Lerngruppen können klassen-und ggf. auch jahrgangsübergreifend sein. Die Zusammensetzung orientiert sich am Förderbedarf. Die Lerngruppen sind flexibel in Bezug auf Zugang und Wechsel.

 

4. Aufgaben und Förderangebote im RIK an der Janusz-Korczak-Schule

Grundsätzlich entwickelt jede Grundschule ein auf die jeweiligen Bedingungen und Bedürfnisse abgestimmtes Förderkonzept, in das die RIK-Stunden integriert werden sollten. In der groben Ausrichtung sind die Schwerpunkte der Arbeit im RIK die Präventionen von Lern- und Verhaltensproblemen, die Integration und Förderung von Kindern mit und ohne festgestelltem Förderbedarf.

 

Mögliche Förderangebote im RIK an der Janusz-Korczak-Schule sind:

  • Wahrnehmungsförderung
  • Förderung basaler Kompetenzen
  • Förderung bei Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Förderung bei Sprachauffälligkeiten
  • Förderung sozialer Kompetenzen
  • Bewegungsförderung
  • Förderung des Arbeitsverhaltens
  • Förderung der Kommunikation
  • Leseförderung
  • Förderung im pränummerischen/vormathematischen Bereich
  • Förderung im leistungsschwachem Bereichen in den Fächern Deutsch und Mathematik
  • Förderung der phonologischen Bewusstheit
  • Stärkung der Persönlichkeit.

 

Vielseitig gestalten sich die Aufgaben der Förderschullehrkraft. Zu den Aufgaben gehören u. a.:

  • Diagnostik/Prozessdiagnostik
  • Gespräche/ Zusammenarbeit mit Lehrern, Eltern, Psychologen, Therapeuten, Jugendamt, Erziehungsberatungsstellen u. a. pädagogischen bzw. außerschulischen Einrichtungen
  • Präventionsarbeit
  • Förderung und Integration der Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf (u. U. Zeugnisse schreiben für diese Kinder bzw. Beratung bei der Zeugniserstellung)
  • Beratung über Differenzierungsmaßnahmen
  • Innere und äußere Differenzierung in Zusammenarbeit mit Grundschullehrern
  • Erstellung von Beratungsgutachten zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs innerhalb der RIK-Schule und auch außerhalb
  • Förderplanerstellung und –fortschreibung für Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf
  • Zusammenarbeit mit Kindergärten
  • Zu den wesentlichen Aufgaben der Arbeit im RIK an der Janusz-Korczak-Schule gehört u. a. auch die Beratungsarbeit. Zielgruppen sind Eltern und Kolleginnen der Janusz-Korczak-Schule

 

Beratung von Eltern

In der Zusammenarbeit mit den Grundschullehrern ergeben sich immer wieder Fragestellungen, die mit Lernproblemen oder Verhaltensproblemen einzelner Schüler zu tun haben. Für dann notwendig werdende Elterngespräche können die jeweiligen Lehrerinnen neben der Beratungslehrerin auch den RIK-Lehrer zu diesen Gesprächen hinzubitten. Dies hat den Vorteil, dass das Gespräch aus mehreren Blickwinkeln geführt werden kann, der RIK-Lehrer der das Kind häufig schon aus der Förderarbeit kennt und eine weitere Wahrnehmung auf das Kind hat, eventuelle sonderpädagogische Kriterien in das Gespräch bzw. in die Beratung der Eltern einbringen kann. Die Teamarbeit wird auch so in der Beratung weitergeführt.

 

Beratung von Kolleginnen und Grundschullehrerinnen

Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit im RIK ist die Beratung von Grundschullehrern bzw. Kolleginnen. Schüler mit Lern- und Verhaltensproblemen werfen Fragen auf, die mit den RIK-Lehrer erörtert werden können. Dabei geht es u.a. um Fragen der schulischen und außerschulischen Förderung, der Differenzierung im Unterricht, der Förderdiagnostik oder um das Vorgehen bei notwendig werdenden sonderpädagogischen Überprüfungen. Diese Art von Beratung findet an der Janusz-Korczak-Schule durchgehend statt, da der Austausch zwischen Grundschullehrkräften und Förderschullehrkraft idealer Weise häufig stattfindet. Auch zwischen der Beratungslehrerin und der Förderlehrerin findet ein laufender Austausch statt. Die Angebote der spielerischen psychologischen Begleitung einzelner Kinder durch PAKIJU unterstützen die Förderungsmaßnahmen. Alle dargestellten Aufgaben und Fördermaßnahmen erfolgen integriert in die Arbeit der Janusz-Korczak-Schule und sind entsprechend abzustimmen. Grundsätzlich bleiben die Grundschullehrkräfte hauptverantwortlich für die Förderung von Kindern mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf. Um den Förderbedarf in den einzelnen Klassen immer wieder neu zu ermitteln und auf Entwicklung angemessen reagieren zu können erfolgt neben den üblichen Absprachen in Pausenzeiten und während des Unterrichts in regelmäßigen Abständen eine Teambesprechung (Fallkonferenz) zwischen dem Förderschullehrer und den jeweiligen Klassen- und Fachlehrerinnen. Einmal jährlich findet zusätzlich eine Dienstbesprechung/ Pädagogische Konferenz zum Thema „RIK“ statt. Hier wird mit dem gesamten Kollegium unter anderem über den Förderbedarf in den einzelnen Klassen und dementsprechend notwendige Maßnahmen diskutiert sowie über die sich daraus ergebene sinnvolle Verteilung der Stunden der Förderschullehrerin.