Janusz-Korczak-Schule

Offene Ganztagsgrundschule - Göttingen

1. Konzept zur Sprachförderung als Teil der Sprachbildung im Jahr vor der Einschulung durch Grundschullehrkräfte            

Bezug: RdErl. Des MK vom 1.03.2012; Empfehlung des Nds. Kltusministerium 2012

 

1. Feststellung des Förderbedarfs

Ca. 15 Monate vor der Einschulung (April/Mai) werden im Rahmen der Schulanmeldung bei allen im darauffolgenden Schuljahr schulpflichtigen Kindern sowie bei sog. Kann - Kindern, die gemäß § 64 Absatz 1 Satz 2 NSchG angemeldet werden die deutschen Sprachkenntnisse mit dem festgelegten landesweit einheitlichen Verfahren „Fit in Deutsch“ festgestellt. In dieser 1. Stufe der Feststellung des Sprachstandes wird bestimmt, ob ein Kind grundsätzlich der Sprachförderung bedarf. Diese Sprachstanderhebung wird immer von zwei Lehrkräften in einem ansprechend gestalteten Raum kindgerecht und spielerisch durchgeführt. Die anschließende Auswertung ergibt die Anzahl der zu fördernden Kinder, die bis 1. Juni an die Nds. Landesschulbehörde mitgeteilt wird. Die betreffenden Eltern werden schriftlich benachrichtigt. Bis Ende des Schuljahres erfolgt soweit möglich eine erste organisatorische Planung der schulischen Sprachfördermaßnahme mit der KiTa Baumhaus in Nikolausberg.

 

2. Durchführung der Sprachförderung und Dokumentation

Im Einzugsbereich der Schule wohnen wenige Kinder aus sozial benachteiligten Familien,   einige ausländische Familien verschiedenster Nationalitäten, häufiger mehrsprachige Familien. Im Durchschnitt nehmen 2 – 3 Kinder an der Sprachförderung teil.

Die Sprachförderung findet mit Beginn des Schuljahres in der örtlichen KiTa Baumhaus statt. Dort steht für die Sprachförderung ein Raum zur Verfügung, in dem auch Materialien aufbewahrt werden können. Die Sprachförderlehrkraft beginnt ihre fachliche

Planung mit ca. 3-4 Stunden Hospitation, Beobachtung und einer Sprachstanddiagnostik nach einem ausgewählten Verfahren (s. Empfehlung: Sprachförderung als Teil der Sprachbildung im Jahr vor der Einschulung durch Grundschullehrkräfte, Hrsg. Nds. Kultusministerium (2012)) .

Mit den Fachkräften der KiTa erfolgt ein Austausch über den Sprachförderbedarf der Kinder und die individuellen Förderpläne werden erstellt (s. Anlagen 1a,1b). In Absprache über Sprachprojekte, Materialien, gemeinsame Aktivitäten, die mit den

Kooperationsbeauftragten und Leitungen der KiTa und der Schule festgelegt werden, legt die Sprachförderkraft Förderschwerpunkte fest. In Elterngesprächen werden die Förderschwerpunkte erläutert und Möglichkeiten der Mitwirkung und Zusammenarbeit besprochen. Regelmäßig  findet zwischen Fachkräften der KiTa und Sprachförderlehrkraft ein Austausch auf Grundlage der von beiden Seiten durchgeführten Beobachtung und Diagnostik unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bedingungen über die individuelle Lernentwicklung der beteiligten Kinder statt, die Wirksamkeit der Maßnahmen werden überprüft, Folgemaßnahmen und Ziele erörtert. Eine gemeinsame Reflektion der pädagogischen Arbeit und kollegiale Beratung können die gemeinsame erfolgreiche Förderung durch KiTa und GS unterstützen.

 

3. Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

1. Rahmenbedingungen

Die Janusz-Korczak-Schule ist eine verlässliche Grundschule. Unsere Schüler/innen  werden täglich bis 13.00 Uhr unterrichtet oder betreut. Der Anteil von Schüler/innen mit einer anderen Herkunftssprache differiert an unserer Schule zwischen 10 und 20%. Die Herkunftssprachen sind hauptsächlich arabische und asiatische  sowie russisch und englisch. Weitere sind derzeit griechisch, ungarisch und finnisch.

2. Organisation

Die Fortsetzung der vorschulischen Sprachförderung findet im Rahmen der äußeren Differenzierung in den separat zu erteilenden DaZ - Stunden in flexibel zusammengestellten Kleingruppen vornehmlich im Beratungsraum, in der Bücherei, Deutschwerkstatt oder dem Computerraum statt. Die Förderung wird je nach personellen Ressourcen während der Betreuungszeit, nach dem Unterricht oder parallel zum Unterricht angeboten. Jedes halbe Jahr werden in der Klassenkonferenz/ Zeugniskonferenz die zu fördernden Kinder benannt und die weitere Sprachförderung ggf. deren Schwerpunkte empfohlen.

3. Ziele

Aus der individuellen Lernausgangslage leiten sich die Sprachfördermaßnahmen ab, die in einem individuellen Förderplan festgehalten werden. Die Fördermaßnahmen sollen die Schüler/innen zu sprachlicher Handlungsfähigkeit im mündlichen und schriftlichen Bereich befähigen, um eine erfolgreiche Mitarbeit in der Regelklasse zu ermöglichen.

Sprachfördermaßnahmen sind auf die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit ausgerichtet und beinhalten Aspekte des emotionalen, sozialen und kognitiven Lernens. Schwerpunkte sollen das Sprechen und die Entwicklung sprachlicher Kompetenzen sein.

 Inhalte der Förderung sprachlicher Kompetenzen sind:

  • Entwickeln kommunikativer Fähigkeiten
  • Dialogschulung, Sprech- und Sprachverhalten
  • Hörverstehen
  • Leseverstehen
  • Erwerb sprachlicher Mittel (Wortschatz, Redemittel, Syntax, Morphologie)
  • Nachdenken über Sprache durch Sprachvergleiche

(Beschluss der FK am 28.02.13)